Geologische Entwicklung
Für die Geologie von Hessen/ Heusenstamm hat der Beginn der Eiszeitepoche Pleistozän keine besondere Bedeutung, denn ganz Hessen lag während des Eiszeitalters im nicht vergletscherten "periglazielen" Bereich zwischen dem von Skandinavien gekommenen Inlandeis und den Gletschern der Alpen und des Schwarzwaldes.
Diese Epoche war eine Zeit deutlicher Klimaabkühlung gegenüber dem Tertiar mit ausgeprägten Klimaschwankungen. Gletschereise breiteten sich sehr weit in vorher wärmere Regionen aus. In Hessen sank die Durchschnittstemperatur auf minus 4 bis 5° C. Das Land wurde in eine der Tundra Sibiriens ähnliche Steppe verwandelt, die kaum Bäume und nur einen geringen Pflanzenwuchs aufwies. Im Verlauf des Quartärs, der jüngsten Periode der Erdgeschichte, kam es zwischen dem Pleistozän (Eiszeitalter) und Holozän (Jetztzeit) mehrfach zu einem Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeiten. Dieser Temperaturwechsel hatte auch bei den großen Flüssen eine große Wirkung. In den Kaltzeiten trugen die Flüsse große Mengen an Schlamm und Geröll talabwärts und lagerten diese an den Ufern ab. In den Warmzeiten konnten die geschmolzenen Wassermengen die Ufer und Flussbetten wieder freiräumen, so dass sich die Flüsse tiefer einschnitten und die Ablagerungen der Kaltzeit als Terrassen hinterließen.
Diese Terrassen haben für die Wasserwirtschaft große Bedeutung wegen ihrer Leitereigenschaften.