Lufthygienische Situation
Im Bereich von Heusenstamm werden keine festinstallierten Luftmessstationen betrieben. Daher liegen keine Konzentrationsmessungen der von Verkehr, Industrie, Gewerbe und privaten Haushalten freigesetzten Luftschadstoffe vor. Um dennoch zumindest qualitativ eine Aussage über die Luftbelastung treffen zu können, hat der damalige Umlandverband Frankfurt (heute: Planungsverband Frankfurt) zunächst einmal die Immissionen des Kfz-Verkehrs untersuchen lassen. Nach einem statistischen Verfahren wurde auf der Grundlage der andernorts durchgeführten NO2-Messungen der Hessischen Landesanstalt für Umwelt berechnet, wie hoch die durchschnittlich freigesetzte NO2-Menge in Abhängigkeit vom Verkehrsaufkommen und von der Bebauung ist. Das Ergebnis dieser Berechnung wird in der Klimafunktionskarte dargestellt. Sie ordnet sämtliche Siedlungsflächen hinsichtlich der NO2-Immissionen in eine von insgesamt fünf Luftbelastungsklassen ein.
Der Anteil von Flächen mit überdurchschnittlich hoher Luftbelastung aus dem Kfz-Verkehr ist in Heusenstamm relativ gering. Betroffen sind davon nur die inneren Ortsbereiche, wo ein hohes Aufkommen an Durchgangsverkehr in eng bebauten Stadtquartieren mit relativ schmalen Straßen auftritt. Die Klimafunktionskarte weist genau dort eine hohe NO2-Belastung nach. Das betrifft den Bereich zwischen Bürgermeister-Kämmerer-Straße, Frankfurter Straße, Hohebergstraße, Friedenstraße und Friedrich-Ebert-Straße. Die abseits der Durchgangsstraßen gelegenen Wohngebiete und der alte Ortskern weisen günstige Bedingungen auf, d. h. sie übersteigen die mittleren Immissionswerte der Rhein-Main-Region nicht und liegen stellenweise sogar darunter.
Die Luftbelastung der abseits der Durchgangsstraßen gelegenen Wohnviertel macht zur Zeit Maßnahmen zur Immissionsminderung nicht notwendig. Dazu tragen die günstigen Konstellationen zur Durchlüftung der Stadt bei - wie bereits ausgeführt. Doch bei weiterer Ausdehnung der Wohnbebauung wird es notwendig werden, aktiv an einer Verbesserung der Luftqualität zu arbeiten. Hierbei ist sowohl an das Offenhalten von Durchlüftungsachsen als auch an die Anlage von Baum- oder Buschpflanzungen zur Luftfilterung zu denken.
Die Müllverbrennungsanlage Offenbach hat aufgrund der vorherrschenden Südwest- und Nordostwinde keine Auswirkungen auf das Heusenstammer Klima. Mit Luftbewegungen aus Nordwesten können ihre Emissionen zwar am ehesten direkt nach Heusenstamm gelangen, doch treten sie - wie ausgeführt - während des Jahres nur selten auf.