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Naturschutz- & Erholungsgebiete

Regionalpark

Regionalparkroute "Bieberaue"


Informationsstele RegionalparkZoomInformationsstele Regionalpark Die Stadt Heusenstamm realisiert ihr zweites Regionalpark-Projekt, den „Regionalparkabschnitt zwischen Frankfurter Straße und Ringstraße“. Finanzielle Unterstützung erhält die Stadt dabei von der Regionalpark Ballungsraum RheinMain gGmbH, dem Land Hessen und dem Kreis Offenbach.

Der Regionalpark in Heusenstamm folgt dem ausgestalteten Auenbereich des Bieberbaches und führt vom Patershäuser Hof via Schloss, dem heutigen Rathaus, nach Offenbach. Im Juni 2004 war der erste Abschnitt der Regionalpark-Route, die Anlage des Barockgartens am Schloss bis zum Entree an der Alten Linde, eingeweiht worden. Mit der zweiten Maßnahme wird der Regionalpark vom Schloss ausgehend nach Süden bis zur Bieberaue verlängert sowie eine Wegeanbindung in Richtung Paterhäuser Hof geschaffen. In dem Abschnitt zwischen Frankfurter Straße und Ringstraße geht es wesentlich darum, die beidseits von Bebauung umgebene, aber noch vorhandene Aue an der Bieber durch gezielte Aufwertung vor weiterer Bebauung zu schützen und die Blickbeziehung in die Stadt hinein aufrecht zu erhalten.

(v.l.: Bauamtsleiter Schmitz, Bürgermeister Jakoby, Staatssekretär Abeln, Erste Kreisbeigeordnete Jäger)Zoom(v.l.: Bauamtsleiter Schmitz, Bürgermeister Jakoby, Staatssekretär Abeln, Erste Kreisbeigeordnete Jäger) Bei strahlendem Sonnenschein hat sich Staatssekretär Bernd Abeln vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung am Mittwoch, 9. August bei einer kleinen Feier vor Ort davon überzeugt, was mit Hilfe der Fördergelder geschaffen worden ist. Das gesetzte Ziel, die Auenlandschaft zu sichern und gleichzeitig die Erholungsqualität zu steigern, ist seiner Meinung nach erreicht. Dadurch, so Abeln, „sei die Grundlage gelegt, die Bieberaue dauerhaft zu erhalten“.

Bieberaue mit Blick auf St. CäciliaZoomBieberaue mit Blick auf St. Cäcilia „In Heusenstamm lässt sich die Regionalidee erleben“, freut sich die Erste Kreisbeigeordnete des Kreises Offenbach Claudia Jäger, die gleichzeitig auch stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Regionalpark Ballungsraum RheinMain gGmbH ist. „Das jetzige Projekt verbindet die bisherigen Abschnitte und zieht so eine „grüne Route“ durch die Schlossstadt. Dadurch leisten wir einen großen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität“.

Die Baukosten betragen rund 92.800 Euro. Die Regionalpark Ballungsraum RheinMain gGmbH, die von den Landkreisen und kreisfreien Städten in der Region Rhein-Main, darunter auch dem Kreis Offenbach, getragen wird, stellt einen Förderanteil von 21.430 Euro. Das Land Hessen fördert die Maßnahme mit 28.940 Euro. Der Kreis Offenbach beteiligt sich mit 10.730 Euro. Der Eigenanteil der Stadt Heusenstamm beträgt 31.700 Euro.


BieberaueZoomBieberaue Die Bieberaue
Die Bieberaue hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Bis zum Beginn der 60er Jahre war sie eine typische Flußauenlandschaft mit einer Vielzahl an Pflanzen und Tieren. Im Rahmen der Anpassung an die wirtschaftliche Nutzung wurde als erste Maßnahme der ursprüngliche Bachlauf begradigt und baulich eingefasst. Drainagen sorgten im Anschluss für eine Entwässerung der angrenzenden Flächen und ermöglichten so die ackerbauliche Nutzung der fruchtbaren Auenböden. Bedingt durch die anhaltende Siedlungsentwicklung hat sich die Bebauung immer weiter in die landwirtschaftlichen Flächen ausgedehnt. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Heusenstamm hat darum bereits 1984 eine Satzung beschlossen, um die Auenlandschaft zu sichern. Umstrukturierungen innerhalb der Landwirtschaft bewirkten außerdem eine Umstellung der Bewirtschaftung auf Grünlandnutzung. Diese hat Bestand und prägt die noch verbliebene Wiesenfläche bis heute.


Doch wie sieht der neue Regionalparkabschnitt jetzt aus?
Das gestalterische Konzept vom Büro Stadt+Natur aus Oestrich-Winkel hat sich zum Ziel gesetzt, sowohl die Attraktivität der Auenlandschaft als auch die Aufenthaltsqualität für Besucher spürbar zu erhöhen. Dazu war zuerst eine schwierige Ausgangssituation zu lösen: Damit das Kernstück des neuen Regionalparkabschnitts – die Bieberaue – erreichbar ist, musste eine Verbindung zwischen Schloss und Aue hergestellt werden. Bisher hat die Bebauung als Barriere gewirkt und die Wegeanbindung unübersichtlich erscheinen lassen.

'Tor' zum RegionalparkZoom'Tor' zum Regionalpark "Ein "Tor" aus begrünten Rankgerüsten, welches gleichzeitig Blickfang und Eingang in den Routenabschnitt an der Frankfurter Straße ist, lässt den Besucher erkennen, wie er zur Bieberaue gelangt", freut sich Bürgermeister Peter Jakoby. Indem die gewerbliche Nutzung auf dem angrenzenden Grundstück aufgegeben wurde, konnte die Eingangssituation zusätzlich an Qualität gewinnen. Schreitet man durch das „Tor“, weist eine Regionalparkstele den Weg durch das Wohngebiet zur Aue.

Aussichtsplattform in der BieberaueZoomAussichtsplattform in der Bieberaue Dort angekommen, führt ein neuer Weg über die Wiese zur Bieber, folgt deren Lauf ein Stückchen nach Süden, bevor es über eine Brücke trockenen Fußes auf die andere Seite geht. Die Brücke wurde um eine Aussichtsplattform erweitert. Hier kann man Platz nehmen, den Blick über die Wiesenlandschaft und die Silhouette von Heusenstamm mit der Barockkirche St. Cäcilia schweifen lassen. Entlang des Nieder-Röder-Weges verläuft die Regionalpark-Route, aufgewertet mit Baumpflanzungen, Richtung Dietzenbach.


Der Regionalparkgedanke
Der Regionalpark RheinMain sichert die zwischen den Siedlungen noch vorhandenen Freiflächen, indem Schritt für Schritt ein Netz aus landschaftlich reizvollen Wegen und Anlagen aufgebaut und zu einem attraktiven Gesamtbild zusammengeführt wird. „Der Routenabschnitt in Heusenstamm ist ein Teil dieses Netzwerkes und ist für die Erholung suchenden Menschen jetzt nutzbar“, freut sich Dr. Lorenz Rautenstrauch, Geschäftsführer der Regionalpark Ballungsraum RheinMain gGmbH. Vor über zehn Jahren entstand die Idee, den Regionalpark RheinMain zu entwickeln. Bis heute wurden in über 30 Kommunen bereits mehr als 100 Teilprojekte realisiert und eine Wegeroute von etwa 100 km geschaffen. „Mit Blick in die Zukunft soll ein Netz von über 500 km Routenlänge entstehen“, betont Dr. Lorenz Rautenstrauch bei seiner Ansprache zur Einweihung.