Schlosspark
Zum ersten Mal wird die Existenz einer Gartenanlage in Heusenstamm unter der Herrschaft von Anselm Franz von Schönborn und seiner Frau Maria Theresia am 15. Dezember 1720 in einem Brief von Rudolf Franz Erwein aus Wiesentheid an Friedrich Karl (beides Brüder von Anselm Franz) erwähnt. Es existiert ein nicht vollständiger Gartenplan, dessen Entstehung vermutlich vor dem Jahre 1739 zu datieren ist.
Aus dem Jahre 1779 stammt der
"Geometrische Plan von dem herrschaftlichen Waldtheil, Forstamt dem Garten, Schlos und Dorf Heusenstamm" (hierbei handelt es sich um einen Bestandsplan). Es finden sich verschiedenen Merkmale, wie das längliche Bassin, die Rotunde mit dem beginnenden dreistrahligen Achsensystem, der Kanal bzw. Dorfweiher etc. des unvollständigen Gartenplans wieder.

Schlossallee mit Blick auf das Schloss
Die
"Karte aus der Umgegend von Frankfurt" (1823 bis 1840) zeigt einige Veränderungen. Die Allee erstreckt sich geradlinig bis zum Forst und weiter bis zur Straßenkreuzung Frankfurter Strasse/ Offenbacher Strasse. Der mittlere lange Teich ist nicht mehr vorhanden und die beiden vorderen Teiche sind wohl trocken gelegt. Im Wald ist der Forstweiher und die nördliche Allee des "patte d'oie" zu sehen.
Im Jahr 1930 ist schon die Pappelallee vorhanden, die in ihrer gesamten Länge zweireihig gepflanzt ist. Im Bereich der ehemaligen vorderen Schlossteiche ist eine Wiese; im Garten direkt vor dem Schloss stehen Bäume. Im Jahre 1953 wurde die bestehende Pappelallee gefällt und durch eine neue ersetzt. Im Jahre 1964 wurde die ca. 1960 gepflanzte Pappelallee erneut gefällt und nach Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde eine Allee mit so genannten Kaiserlinden gepflanzt.
Im Zeitraum von 2002 bis 2004 wurde im Rahmen des
Regionalparkprojektes in Zusammenarbeit mit dem Planungsverband Frankfurt/ Rhein-Main und der Stadt Heusenstamm, in Anlehnung an historische Pläne, die Schlossallee durch den Forst neu gestaltet. Ausgehend vom westlichen Entree an der Jahnstrasse, einem kreisrunden Platz mit Hecken, Bänken und einem zentralen Pflanzbeet, wurden rechts und links des Weges jeweils ein acht Meter breiter Wiesenstreifen angelegt. In diesem Streifen wurde der erhaltenswerte Altbaumbestand freigestellt, so dass ein alleenartiger Charakter entsteht.

Waldteiche im Regionalpark
Die vorhandenen Waldteiche wurden durch Bodenmodellierungen und Anpflanzungen optisch erweitert. Über zwei Holzbrücken führt der Weg nun zur Platzfläche in der Mitte des Teiches, so dass der Eindruck einer Insel entsteht. In der Mitte dominiert als barockes Zitat ein rundes Hochbeet mit Sitzmauer und einer repräsentativen Bepflanzung.
Der Bereich um die Waldteiche wurde durch einen Rundweg gefasst, der das vorhandene Wegenetz anbindet. Von mehreren Bänken kann man den Blick über die Wasserflächen, den Wald und die Insel schweifen lassen. Abwechslungsreiche Pflanzungen bieten zu jeder Jahreszeit ein intensives Naturerlebnis.

Eingang Regionalpark
Die Schlossallee mündet im Westen in eine Rotunde. Dieser kreisförmige Platz ist räumlich durch eine Natursteinmauer mit Pfeilern als Zitat zum Schlosseingang begrenzt. Zwischen den Pfeilern eröffnet sich der Blick über die Allee zum Schloss und lädt zum "Lustwandeln", wie vor rund 250 Jahren, ein. Den optischen End- bzw. Anfangspunkt der Allee bildet die in einem erhöhten Pflanzbett aufgestellte Glas/ Licht/ Stein-Skulptur in Form eines Obelisken.