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Pressearchiv 2012

Juli 2012

Hofgut Patershausen: Projektgruppe nimmt Arbeit auf


Das Hofgut Patershausen, das historische Kleinod in Besitz der Stadt Heusenstamm, ist vielen Heusenstammern und auswärtigen Gästen nicht zuletzt als Ausflugsziel bekannt. Seit 1989 ist das Hofgut an den Demeter-Bauern Klaus Ommert verpachtet, der hier mit seiner Familie biologisch umweltgerechte Landwirtschaft betreibt. Neben dem Verkauf der eigenen Produkte im Hofladen, werden Gäste bei gutem Wetter auch im Garten bewirtet.

Mitte Juni haben Bürgermeister Peter Jakoby und Hauptverwaltungsleiter Heinz Scherer eine unabhängige „Projektgruppe Patershausen“ auf das Hofgut eingeladen. Teilnehmer des Kreises Offenbach waren Gesine Weber (Archäologischer Denkmalschutz) vom Fachdienst Bauaufsicht/Untere Denkmalschutzbehörde, Carsten Maaß (Regionalplanung) vom Regionalbüro und Wirtschaftsförderung und Jörg Nitsch, Leiter des Fachdienstes Umwelt/Untere Naturschutzbehörde, Katja Imhoff von der Regionalparkplanung der Regionalpark Ballungsraum RheinMain GmbH, Dr. Volker Schneider und Herbert Margraf vom Heimat- und Geschichtsverein Heusenstamm e. V., Hans Scheuern (Stadtarchivar), Stadtverordneter Heinz Dassinger, Peter Möller (Architekt) sowie Thomas Kessler vom Betriebszweig Gebäudewirtschaft der Stadtwerke Heusenstamm.

Ab sofort wird sich die Projektgruppe drei hauptsächlichen Zielen „rund um Patershausen“ widmen: Zunächst soll die Historie des ehemaligen Klosters und Dorfes Patershausen mit Altersbestimmung wissenschaftlich erforscht werden. Hierzu gehört auch die Untersuchung der Kirchenstruktur des Mittelalters, die auch die Analyse der Wallfahrtswege und mittelalterlichen Straßen (Erschließung des Hofguts) einschließt. Ein weiteres Ziel der Gruppe ist die wissenschaftliche Aufarbeitung der umfangreichen Ausgrabungsberichte des Rembrücker Heimatforschers Richard Wimmer in den 1980ger Jahren. Neben der historischen Grundlagenforschung will sich die Gruppe auf die Revitalisierung des Areals, also die Entwicklung künftiger Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten, konzentrieren.

In diesem Zusammenhang wurden im Rahmen des Vororttermins bereits zeitnah durchführbare Arbeiten, wie z. B. den Abtransport einiger Altmetallgegenstände und Gerätschaften auf dem gesamten Gelände, Holzscheite, Strohballen und Steine im Innenhof sowie die Entfernung einiger rostiger Metallschlaufen an der Nordseite des Gebäudes der Hofgutanlage gesammelt. Neben diesen ersten „kleineren“ Schritten wurden auch weiterführende Ideen entwickelt. So könne beispielsweise die Fachhochschule Darmstadt im Rahmen einer Projektarbeit eine Aufnahme des baulichen Zustandes in Verbindung mit den verschiedenen Entwicklungsstufen durchführen. Ferner soll geprüft werden, ob die Strommaste der Energieversorgung Offenbach (EVO) durch Erdleitungen ersetzbar seien, um die Natürlichkeit der Wiesen- und Ackerflächen auch optisch aufzuwerten. Außerdem soll ein neuer Standort für die Infotafel über das Hofgut Patershausen mit entsprechender Aktualisierung/Umgestaltung der Informationen gesucht werden.

„Das Hofgut Patershausen ist einer der geschichtsträchtigsten und teilweise auch kirchengeschichtlich interessantesten Orte in Heusenstamm. Die - bisherige - Datierung der Entstehungsgeschichte des ehemaligen Klosters geht, je nach Quelle, auf die Jahre um 800 zurück. 1977 kaufte die Stadt Heusenstamm sowohl das Hofgut als auch die umliegenden Ländereien vom Grafen von Schönborn. Seitdem wird das Hofgut von der Stadt an Landwirte verpachtet.

Zur Aufwertung des Hofguts und Nutzbarmachung für die Bürgerinnen und Bürger haben wir die Projektgruppe Patershausen ins Leben gerufen. Hier sind neben Mitarbeitern der Stadtverwaltung auch Fachleute der zuständigen übergeordneten Behörden, Vertreter des Heimat- und Geschichtsvereins sowie Menschen, die besondere, teils persönliche, Kenntnisse von Patershausen haben, involviert. Gemeinsam wollen wir das mit Geschichte „vollgepackte“ Patershausen erlebbar und für eine breite Öffentlichkeit zugängig machen. So gibt es beispielsweise auch die Überlegung, hier eine Art Außenstelle des Heimat- und Geschichtsverein Heusenstamm anzusiedeln und Raum für Informationen und Ausstellungen zu schaffen. Zudem soll die Bau- und Kirchengeschichte des Hofguts aufgearbeitet und entsprechend dokumentiert werden.

Zur Realisierung dieses Projektes wird sich die Projektgruppe in regelmäßigen Abständen treffen, Ergebnisse zusammentragen, Vorschläge erarbeiten und konkrete Maßnahmen empfehlen“, erläutert Bürgermeister Peter Jakoby. Ein nächstes Treffen der Gruppe ist nach den Sommerferien geplant.