Für unsere Umwelt: Klima- und Energieprojekte der Stadt Heusenstamm
Der Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main hatte im vergangenen Jahr seine Verbandskommunen aufgefordert, Projekte, die vor Ort in puncto Klimaschutz und Energieeffizienz realisiert wurden, einzureichen. Entstanden ist so eine Projektsammlung von Städten und Gemeinden der Metropolregion Frankfurt, die als gutes Beispiel und Anregung für Interessierte dienen soll.
Neben Kommunen aus sechs Kreisen und zwei kreisfreien Städten hat sich auch die Stadt Heusenstamm an dieser Dokumentation beteiligt. „Es beginnt immer mit dem ersten Schritt“, so Bürgermeister Jakoby. „Gerade als Kommunen sind wir maßgebliche Verantwortungsträger, wenn es um die lebenswichtigen Themen Umwelt und Klima geht. In Heusenstamm können wir stolz auf die Projekte und Maßnahmen sein, die wir bisher zum Klimaschutz und zur Energieeffizienz durchgeführt haben beziehungsweise noch umsetzen wollen. Manchmal sind es ja schon kleine Veränderungen, die viel Gutes zur Folge haben“.
Der Bio-Hof Patershausen leistet gleich mehrfach einen Betrag zum Umweltschutz. Auf insgesamt 70 Hektar werden Produkte für den regionalen Markt erzeugt. Die kurzen Wege garantieren Frische und eine geringe Belastung der Umwelt. Bei der Pflanzenproduktion steht der Biolandbau im Vordergrund. Es wird auf synthetisch erzeugten Dünger und Pestizide verzichtet und stattdessen auf konsequenten Humusaufbau gesetzt. Und auch die Rindviecher werden klimafreundlich gehalten. Die Freilandhaltung und Fütterung mit eigens erzeugten Futtermitteln stellt ökologisch keine Belastung dar und ist CO2-neutral.
Die Auenlandschaft der Bieber wird renaturiert. So entsteht eine großzügige Weidelandschaft, die nicht nur die Bieber, sondern später auch einmal Schafe und Ziegen erfreuen soll.
Die Planung der Stadt Heusenstamm für den öffentlichen Raum sieht mehrere Maßnahmen vor: Der Radverkehr wird durch neue Radverkehrsanlagen, die die Sicherheit für Radfahrer erhöhen, gefördert. Im Straßenbau werden Recyclingmaterialen zugelassen. Dadurch werden Energie und Rohstoffe eingespart. Bei Neubaumaßnahmen wird für eine weitgehende Versickerung unbelasteten und gering belasteten Oberflächenwassers Sorge getragen, um die Grundwasserverhältnisse und das Kleinklima zu verbessern. Außerdem werden die Quecksilber-Dampflampen (HQL) der 3.000 Straßenleuchten im Stadtgebiet sukzessive gegen Natriumdampflampen (NAV) bzw. Kompaktleuchtstofflampen („Energiesparlampen“) ausgetauscht. Einige Stadtteile sind schon komplett erneuert und erstrahlen in gelbem Licht.
In den nächsten Jahren wird die Stadt bei den erforderlichen Sanierungen der städtischen Gebäude Energiesparmaßnahmen zur Reduzierung vorhandener Transmissionswärmeverluste über die Gebäudehülle durchführen. Dadurch können 30 Prozent Energie eingespart werden. Weitere Möglichkeiten bestehen in der Installation von Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen. Hier wird ein Blockheizkraftwerk in Kombination mit einer konventionellen Brennwertkesselanlage installiert. Die Abwärme des Strom erzeugenden Blockheizkraftwerkes wird zur Deckung des Grundwärmebedarfs genutzt. Der konventionelle Heizkessel wird in den Spitzenzeiten des Winters hinzugeschaltet. 2005 wurde so bereits die Heizungsanlage im Schloss-Rathaus saniert, 2009 die Heizungsanlage im Kultur- und Sportzentrum Martinsee. Das Einsparpotential liegt bei beiden Objekte bei etwa 50.000 Euro im Jahr. Für die kommenden Jahre ist geplant, auch kleinere Heizungsanlagen durch effektive Wärmeerzeuger zu ersetzen.
Das „neue“ Schwimmbad, der benachbarte Campus Heusenstamm und weitere mögliche Anbindungen im westlichen Stadtgebiet können energiewirtschaftlich günstig und klimafreundlich über das Fernwärmenetz der EVO beheizt werden. Die Energie, die per Kraft-Wärme-Kopplung im benachbarten Müllheizkraftwerk aus der Müllverbrennung gewonnen wird, wird über eine drei Kilometer lange Fernwärmeleitung geliefert. Dadurch wird eine konventionelle Verbrennungsanlage vor Ort mit Öl oder Ergas überflüssig. Langfristig, nach Anschluss des Wohngebietes und des Campus, kann dank der Fernwärme der Ausstoß des Treibhausgases um 2.600 bis 3.600 Tonnen jährlich reduziert werden. Um die gleiche Energiemenge konventionell zu erzeugen, müssten rund eine Million Liter Erdöl verbrannt und nahezu 1,1 Millionen Kubikmeter Erdgas eingesetzt werden.
(Textquelle in Auszügen: Planungsverband Frankfurt/Rhein-Main)