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Die Arbeitsgruppen: Ergebnisse & Mitwirkende

Arbeitsgruppe 3: Soziales, Jugend, Senioren, Gesundheit


In drei Sitzungen, die am 30. Mai, 12. und 24. Juni 2006 stattfanden, erarbeiteten 49 Bürgerinnen und Bürger, Verwaltungsmitarbeiter, Fachleute sowie Vertreter aus der Politik folgende Stärken und Schwächen sowie Ziele in den Bereichen Soziales, Jugend, Senioren und Gesundheit (für die Dauer der Sitzungen der Arbeitsgruppe 3 wurde für die Kinder der Arbeitsgruppenteilnehmer eine Kinderbetreuung angeboten):


SOZIALES

Auf diesen Stärken bauen wir auf:

  • In unserer überschaubaren Stadt gibt es gut funktionierende Nachbarschaften und großes ehrenamtliches Engagement, zum Beispiel in den Kirchengemeinden, in vielen Vereinen und in den Hilfsorganisationen.
  • Kinder im Alter von sechs Monaten bis zehn Jahren erhalten eine gute Betreuung in zahlreichen Kindereinrichtungen (städtisch, konfessionell und in freier Trägerschaft). Die Angebote der Kindertagesstätten und die flächendeckende offene Ganztagsgrundschule werden bedarfsgerecht weiterentwickelt. Neben den Grundschulen und den weiterführenden Schulen gibt es in unserer Stadt die "Schule für Praktisch Bildbare des Kreises Offenbach". Großer Beliebtheit erfreuen sich die städtischen Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche.
  • Das Ringmaster-System* trägt zur allgemeinen Sicherheit bei.


Dies sind unsere Schwächen:

  • Hauptamtliche Schulsozialarbeit wird vom Schulträger nicht angeboten.
  • In den Kindergärten gibt es zu wenige Essensplätze, und die Kinderbetreuungszeiten sind nicht immer bedarfsgerecht.
  • Die Schulwege der Grundschüler werden nicht durchgehend von Schülerlotsen gesichert.
  • Für junge Familien und Alleinerziehende gibt es zu wenig preiswerten Wohnraum.
  • Der öffentliche Raum und die Zugänge zu den Geschäften sind nicht immer barrierefrei gestaltet.


Diese Ziele setzen wir uns:

Wir wollen 

  • die Kinderbetreuung bedarfsgerecht ausbauen 
  • alle öffentlichen Gebäude barrierefrei zugänglich machen und bei Geschäften, Restaurants u.a. dafür werben 
  • erreichen, dass der Schulträger Schulsozialarbeit finanziert 
  • Grundlagen schaffen für die Umsetzung des Bildungsplans Hessen** 
  • eine Koordinationsstelle für Kinderbetreuung gründen 
  • einen Schülerlotsendienst an den Grundschulen einrichten 
  • Schutzburgen*** für Kinder schaffen 
  • Sprachkurse für Erwachsene mit Migrationshintergrund anbieten 
  • interkulturelle Projekte zum besseren Verständnis der Kulturen durchführen 
  • mehr behindertengerechte Wohnungen bereitstellen 
  • für das Ringmaster-System intensiv werben

* Ringmaster ist ein kostenloses Frühwarnsystem der Polizei und der Stadtverwaltung. Die Teilnehmer werden telefonisch informiert, wenn beispielsweise Trickdiebe in der Stadt unterwegs sind oder Personen vermisst werden.

** Das grundlegende Ziel des hessischen Bildungs- und Erziehungsplans ist es, Kinder von der Geburt bis zum Ende der Grundschulzeit früher, nachhaltiger, individueller und intensiver zu fördern.

*** In Kinderschutzburgen finden Kinder und Jugendliche in kleinen und großen Notsituationen Zuflucht und Hilfe. Die Partner - beispielsweise Einzelhandelsgeschäfte, Handwerksbetriebe, Sparkassen, Banken, Arztpraxen, kommunale Einrichtungen - sind mit dem Schutzburg-Logo gekennzeichnet.


JUGEND

Auf diesen Stärken bauen wir auf:

  • Viele Heusenstammer Vereine und die Kirchen leisten gute Jugendarbeit. Daneben gibt es eine Reihe von Begegnungsstätten, beispielsweise das städtische Jugendzentrum (JUZ), die Stadtbücherei, das Schwimmbad und die von Jugendlichen* selbstständig geplante und gebaute Skate-Anlage auf dem Gelände des Kultur- und Sportzentrums Martinsee.
  • Das breite Schulangebot und die musikalische Förderung, z.B. durch die Städtische Musikschule und zahlreiche Vereine werden geschätzt.
  • Die Verwaltung wird als Dienstleister positiv wahrgenommen.


Dies sind unsere Schwächen:

  • Die Anliegen der Jugendlichen werden nach Einschätzung der Heusenstammer nicht ausreichend berücksichtigt: Nur 13 Prozent der Bürger halten das Engagement der Stadt für Jugendliche für angemessen, 46 Prozent für nicht angemessen; 83 Prozent der Jugendlichen sind nicht zufrieden. Das Ausbildungsplatzangebot wird von der Hälfte der Jugendlichen als schlecht beurteilt.
  • Es gibt noch zu wenige offene Treffpunkte und Begegnungsstätten für Jugendliche; so fehlen Übungsräume für Bands, Partyräume und ein Jugendcafé.
  • Besonders für die Zehn- bis Vierzehnjährigen reichen die Betreuungsangebote nicht aus.
  • Die Integration der Schüler mit Migrationshintergrund ist noch nicht zufriedenstellend.
  • Für behinderte Jugendliche gibt es zu wenige Freizeitangebote und betreute Wohnmöglichkeiten.


Diese Ziele setzen wir uns:

Wir wollen 

  • mehr Treffpunkte für Jugendliche schaffen 
  • weitere preiswerte Freizeitaktivitäten für Jugendliche anbieten 
  • mehr Betreuungs- und Freizeitangebote speziell für Zehn- bis Vierzehnjährige bereitstellen 
  • Orte schaffen, an denen Jugendliche unter sich sein können 
  • Jugendlichen Räume geben, die sie selbst verwalten 
  • den Jugendlichen eigenverantwortete Projekte ermöglichen 
  • die aufsuchende** Jugendarbeit erweitern 
  • gegenseitige Vorurteile durch mehr Kommunikation zwischen Jung und Alt abbauen 
  • die Angebote für Jugendliche auf vielfältige Weise bekannt machen 
  • die Jugendlichen besser in die Vereinsarbeit (Vorstände) integrieren 
  • die Verständigung zwischen Jugendlichen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund fördern 
  • die Politiker darin unterstützen, die Anliegen der Jugendlichen ernst zu nehmen und sie an der Planung und Durchführung zu beteiligen 
  • Mediation*** für Jugendliche und mit Jugendlichen ermöglichen 
  • weitere Wohnraum- und Freizeitangebote für behinderte Jugendliche schaffen 
  • das Jugendzentrum erweitern 

* ab 10 Jahren
** Die aufsuchende Jugendarbeit geht direkt dorthin, wo sich die Kinder und Jugendlichen aufhalten.
*** Mediation ist ein außergerichtliches Verfahren konstruktiver Konfliktregelung, bei dem die Parteien eines Konflikts mit Unterstützung eines Dritten (Mediator) einvernehmliche Regelungen suchen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entsprechen.



SENIOREN

Auf diesen Stärken bauen wir auf:

  • Die gute Nachbarschaft in unserer Stadt trägt dazu bei, dass sich die Senioren sicher fühlen. Die Mehrheit beurteilt das Wohnungsangebot, die medizinische Versorgung und die Einrichtungen für Senioren mit "gut".
  • Viele Vereine, Organisationen und kirchliche Gruppen machen Angebote in den Bereichen Bildung, Kultur, Sport und Freizeit. Hervorzuheben ist die Arbeit der Seniorenhilfe bei der "Hilfe zur Selbsthilfe".
  • Das Angebot an Ärzten und Apotheken wird mit "gut" beurteilt.


Dies sind unsere Schwächen:

  • Es fehlen generationenübergreifende Projekte.
  • Die bestehenden Einrichtungen für betreutes Wohnen reichen nicht aus, ebenso die Betreuung für Senioren, die nicht mehr mobil sind.
  • Cafés sowie Kino- und Theatervorstellungen fehlen den Senioren ebenso wie zu Fuß erreichbare Einkaufsmöglichkeiten für Waren des täglichen Bedarfs. Nicht alle Gehwege sind barrierefrei.


Diese Ziele setzen wir uns:

Wir wollen 

  • zu Fuß leicht erreichbare Einkaufsmöglichkeiten fördern 
  • mehr seniorengerechte Wohnmöglichkeiten schaffen und betreutes Wohnen unterstützen 
  • die Betreuung für Senioren, die nicht mehr mobil sind, verstärken 
  • generationenübergreifende Projekte erweitern 
  • die bestehenden Angebote für Senioren ausbauen und noch besser vernetzen

 

GESUNDHEIT

Auf diesen Stärken bauen wir auf:

  • Die medizinische Versorgung wird in der Bürgerbefragung von zwei Dritteln der Heusenstammer und sogar von drei Vierteln der Senioren mit "gut" beurteilt. Es gibt Ärzte fast aller Fachrichtungen. Die Nähe zu großen Krankenhäusern in Frankfurt, Offenbach und Langen trägt zur guten medizinischen Versorgung bei.
  • Unsere Stadt hat einen hohen Freizeitwert. Mehr als die Hälfte des Stadtgebietes ist Wald mit Spazier-, Rad- und Wanderwegen. Auch gute Vereinsangebote und das Schwimmbad tragen zum Erhalt der Gesundheit bei.


Dies sind unsere Schwächen:

  • Trotz guter Beurteilung der medizinischen Versorgung gibt es noch einige Schwachstellen: So sind die Facharztpraxen häufig überlastet, der ärztliche Notdienst und die Notdienst-Apotheken sind häufig zu weit entfernt. Einen Hospizdienst gibt es nicht.
  • Übersichtliche Informationen über alle Angebote von Selbsthilfegruppen, Vereinen und Kirchen im Bereich Gesundheit fehlen.


Diese Ziele setzen wir uns:

Wir wollen 

  • die gesunde Entwicklung unserer Kinder intensiv fördern 
  • die ärztliche Versorgung verbessern 
  • die Angebote im Bereich Betreuung und Therapie sowie andere gesundheitliche Dienstleistungen erweitern 
  • Hospizarbeit einrichten 
  • den Nichtraucherschutz in öffentlichen Gebäuden durchsetzen.

 

Geschäftsführerin der Arbeitsgruppe 3:
Andrea Filsinger 
Städtische Jugendförderung
Tel. 06104 607-1126 
andrea.filsinger@heusenstamm.de


Vorsitzende Arbeitsgruppe 3:
Glania
, Helga - Vorsitzende MS-Gruppe, Ansprechpartnerin Seniorengruppe St. Cäcilia


Stellv. Vorsitzender Arbeitsgruppe 3:
Sassen
, Paul - Student, Vorsitzender Junge Union


Teilnehmerinnen & Teilnehmer:

  • Camrath, Antje - Studienrätin
  • Cerwick, Erika - Erzieherin, Kindertagesstätte St. Cäcilia
  • Dutzek, Norman - Diplomingenieur, Elterninitiative "Sichere Spielplätze"
  • Eder, Richard - Diplomsozialpädagoge, Fachdienst Jugend/Soziales der Stadt Heusenstamm
  • Erfiliz, Farih - Mitglied Ausländerbeirat Heusenstamm, Ausländerbeauftragter Polizeipräsidium Südhessen
  • Goedecke-Friedrich, Ute - Diplomhandelslehrerin, Vorstandsmitglied Elternbeirat Adolf-Reichwein-Gymnasium
  • Hackenberg, Johann - Sachbearbeiter Oberfinanzdirektion Frankfurt i. R., Vorsitzender Sozialverband VdK Hessen, Kreisverband Offenbach-Land und Ortsvereinigung Heusenstamm
  • Hartmann, Martina - Kaufmännische Angestellte, Mutter
  • Hauck, Christine - Master of Social Anthropology, Mitglied Elternbeirat Otto-Hahn-Schule
  • Heberer, Ines - Erzieherin, Kindertagesstätte Rembrücken
  • Holzamer, Beate - Jugend- und Heimerzieherin
  • Horn, Barbara - Betriebswirtin, Ehrenamtliche Stadträtin
  • Horn, Sandra - Studentin, Stadtverordnete
  • Jakoby, Julia - Studentin
  • Jakoby, Oliver - Diplomphysiker, Stadtverordneter
  • Kallmeyer, Beate Sieglinde - Rechtsanwältin, Vorstandsmitglied Schlosszwerge e. V.
  • Kammerer, Hiltrud - Lehrerin i. R.
  • Keckeis, Tobias - Schüler, Allgemeiner Rettungsverband Hessen e. V.
  • Keller-Schönmann, Theresia - Diplomfinanzwirtin, Verwaltungrat Maria Himmelskron
  • Kern, Katharina - Schülerin
  • Kern, Inge - Erzieherin
  • Khin, Sabine - Krankenschwester, Mutter
  • Kilian, Anneliese - Kaufmännische Angestellte
  • Kilian-Schädlich, Mechtild - Zahntechnikerin, Mutter
  • Knaak, Heinz - Selbstständiger Unternehmer i. R., Vorstandsmitglied Senioren-Union
  • Kruck, Rosemarie - Lehrerin, Schulseelsorge
  • Molinera, Alicia - IT-Spezialistin, Vorstandsmitglied Schlosszwerge e. V.
  • Nierula, Frank - Schüler
  • Präder, Gabriele - Kaufmännische Angestellte
  • Rauch, Susanne - Physiotherapeutin
  • Reble, Felix - Student
  • Ryschawy, Violetta - Technische Ökonomin
  • Schiedhering, Heinrich - Postoberamtsrat a. D., Kolping-Familie
  • Schlagdenhaufen, Natalie - Betriebsleiterin Sozialzentrum der Arbeiterwohlfahrt
  • Schneider, Patrick - Bürger
  • Schulz, Simon - Schüler
  • Sigl, Karsten - Schreiner, Stadtverordneter
  • Sinn-Behrendt, Andrea - Ärztin
  • Sperling, Nicola - Vorsitzende Gesamtelternbeirat der Kindertagesstätten in  Heusenstamm
  • Steiner, Gertrud - Apothekerin
  • Tipi, Ismail - Redakteur, Stadtverordneter
  • Treutel, Gertrud - Gleichstellungsbeauftragte, Erzieherin, Leiterin Kinderhaus Murmel
  • Truntschka, Andreas - Student, Deutsches Rotes Kreuz
  • Walther, Heidi - IT-Anwendungsentwicklerin, Mitglied Elternbeirat Kinderhaus Murmel
  • Weber, Raphael - Student
  • Weiß, Benjamin - Student, Pfarrgemeinderat Maria Himmelskron
  • Dr. med. Zessin-Erol, Ingrid - Ärztin, Stadtverordnete